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Rückblick auf das pomologische Seminar „Sommerkernobst“

Das Arbeitsseminar zur Kartierung und Bestimmung von Sommerkernobstsorten mit tschechischen und deutschen Pomologen wurde vom Tschechischen Naturschutzverband in Zusammenarbeit mit EC Meluzína RCAB und dem Freilichtmuseum Zubrnice organisiert.

 

Vom 18. bis 20. August 2026 fand in Dalovice und Zubrnice das pomologische Seminar „Sommerkernobst“ statt, das sich an Fachleute richtete.
Ziel unseres Treffens war es, die Erforschung alter Sommerkernobstsorten, insbesondere von Birnen, voranzutreiben und die in Europa verbreiteten Sorten von den lokalen Sorten zu unterscheiden, die nur im Untersuchungsgebiet Nordwestböhmens bzw. in Sachsen angebaut werden. Wir konzentrierten uns vor allem auf Sorten, über die in der Fachliteratur nur unzureichende Informationen vorliegen. Ein weiteres Ziel war es, die pomologische Fachöffentlichkeit mit den Ansätzen zur Sortenidentifizierung in beiden Ländern vertraut zu machen.
Hilfreich war für uns die genetische Analyse ausgewählter Birnbäume, die vor dem eigentlichen Seminar durchgeführt wurde. Die Analyse erfolgte nach einer europäischen Methodik, die einen Vergleich einzelner Proben mit europäischen Datenbanken genetischer Profile ermöglicht. Dies hilft uns dabei, Sorten zu identifizieren, deren Ursprung und Verbreitung im Untersuchungsgebiet liegen, oder auf Sorten hinzuweisen, die in der tschechischen Literatur nicht beschrieben sind. Die Arbeit mit den ausgewählten Sorten wird mit einer pomologischen Analyse der Früchte fortgesetzt, und für einige wird anschließend eine pomologische Beschreibung folgen.
Im Rahmen des Arbeitstreffens besuchten wir zwei Standorte in der Region Karlovy Vary und zwei Standorte in der Region Ústí nad Labem, wo insgesamt rund 200 Bäume besichtigt wurden. Außerdem wurden etwa 100 von den Seminarteilnehmern mitgebrachte Proben ausgewertet.
Es ist gelungen, einige interessante Sorten zu identifizieren. Durch eine pomologische Analyse wurde beispielsweise die deutsche Birnensorte „Kleine Pfalzgräfin“ mit einer Sorte identifiziert, die in Westböhmen gefunden wurde und unter dem Arbeitstitel „Malá Dvory p.n.“ geführt wird.
Durch eine genetische Analyse konnte die unter dem Arbeitstitel „Muškatelka ze Záhoří p.n.“ geführte Birnensorte mit der Sorte „Sommermuskateller“ identifiziert werden.
Dagegen konnten die Funde der Birnensorte „Kuhfuß“ in der Tschechischen Republik nicht bestätigt werden. Die Bäume, die derzeit unter diesem Namen geführt werden, stimmen in ihrem genetischen Profil nicht mit den ausländischen Profilen dieser Sorte überein; es handelt sich also um eine andere Sorte, auch wenn die Früchte sehr ähnlich sind.
Die Seminarteilnehmer diskutierten auch über die Zukunft der Pomologie mit Schwerpunkt auf alten Sorten. Dabei ging es um deren Identifizierung, Förderung und weitere Maßnahmen zu ihrer Erhaltung und Nutzung. Solche Aktivitäten finden in ganz Europa statt. Dabei geht es nicht nur um nostalgische Erinnerungen an vergangene Zeiten, sondern um einen aktiven Prozess zur Nutzung des Potenzials des historischen Erbes unserer Landschaft.
Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „Obstlandschaften für Klimaschutz und Biodiversität“ statt und richtete sich an Fachinteressierte aus der Tschechischen Republik und Sachsen; sie wurde daher zweisprachig mit einem Dolmetscher durchgeführt.


Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Projektes Obstlandschaften für Klimaschutz und Biodiversität statt. 
Dieses Projekt wird aus dem Programm Interreg Sachsen – Tschechien 2021-2027 finanziert.
 
Platí: 03.09.2026-31.12.2070