Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung e.V. Dresden (IÖR) untersuchen im Rahmen des Projekts „Obstlandschaft für Klimaschutz und Biodiversität“ die Ökosystemdienstleistungen von Streuobstwiesen in der Landschaft.
Die Datenerhebung zur Kartierung der Ökosystemdienstleistungen erfolgte mit Unterstützung von Vertretern des Tschechischen Bund für Naturschutz (ČSOP) auf ausgewählten Flächen von Streuobstwiesen, die in das OKliBio-Projekt in den Regionen Karlsbad (Karlovarský kraj), Aussig (Ústecký kraj) und Reichenberg (Liberecký kraj) einbezogen sind. Sie knüpfte an die Arbeiten an, die bereits auf ausgewählten sächsischen Flächen stattgefunden haben. Die Kartierung erfolgte nach der Methodik des IÖR und konzentrierte sich auf die Standortbedingungen sowie die Bewertung der Anpflanzungen von Obst- und Nicht-Obstbäumen, die auf der jeweiligen Fläche vorkommen. Der eigentlichen Untersuchung ging eine Geolokalisierung aller Bäume im Koordinatensystem WGS84 voraus.
Bei den einzelnen Bäumen werden Werte wie Stammdurchmesser, Baumhöhe, Kronenvolumen oder die Gesamtvitalität gemessen. Jeder Baum wurde auch im Hinblick auf den durchgeführten Baumschnitt, das Vorkommen von Totholz, abgebrochenen Ästen oder Rindenverletzungen bewertet, zudem nach dem Vorkommen von epiphytischen Organismen (Moosen, Flechten), Pilzen, Lebensspuren von Insekten, Höhlen oder Vogelnestern. Im Ergebnis wird der Baum somit als Lebensraum für andere Organismen bewertet.
Gleichzeitig fand eine botanische Untersuchung ausgewählter Streuobstwiesen statt, einschließlich pflanzensoziologischer Aufnahmen des Bestandes. Anhand des Vorkommens und der Menge von Zeigerpflanzen wurde auch der Nährstoffgehalt vor Ort untersucht.
Im Rahmen der Flächenbegehungen wurden zudem Bodenproben für Laboranalysen entnommen und grundlegende meteorologische Daten gemessen.
In der heutigen Agrarlandschaft Mitteleuropas ist der geeignete Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren durch deren intensive Nutzung rasch zurückgegangen. Eine der wenigen Ausnahmen bilden extensiv genutzte Streuobstwiesen, die mit ihrem vielfältigen Mosaik an Mikrolebensräumen einen Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten bieten können, die ihre ursprünglichen Biotope durch menschliche Aktivitäten verloren haben. Streuobstwiesen sind somit eine der letzten Inseln der Biodiversität in unserer Landschaft.
Tato akce se koná v rámci projektu Ovocná krajina pro klimatickou změnu a biodiverzitu.
Tento projekt je financován z programu Interreg Česko - Sasko 2021-2027.
Platí: 13.05.2025-31.12.2070